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SilaVega-Mitmachaktion 2014:

Antifouling ? Vaseline! Mische Deinen eigenen Rumpfschutzfilm!


Nicht lange unter Wasser und schon bewachsen - in diesem Falle eine Teekanne.An und für sich ist es ein toller Regulationsmechanismus im Gewässer, der kaum besser funktionieren könnte: Die irgendwann über Bord gegangene Teekanne dient als willkommener Lebensraum für Muscheln, andere Kleintiere und Pflanzen. Auch Bootsrümpfe sind sehr beliebt als Lebensraum. Nicht alle sind damit einverstanden.

Neben heimischen Großmuscheln können auch Bootsbesitzer über ihr Leid mit den wachstumsfreudigen Wesen im Gewässer klagen. Spätestens im Frühjahr, wenn alles wieder sauber ist,  ergibt sich daher die Frage: Wie schütze ich mein Unterwasserschiff vor aufwachsenden Wasserorganismen?

Die Lösung scheint nach kurzem Blick ins Netz oder in einen der zahlreichen Bootsausstatter-Kataloge recht einfach: ein geeignetes Antifoulung muss auf den Rumpf. Doch muss es das wirklich? Und fügt man sich selbst und den Gewässern damit nicht mehr Schaden zu, als man Nutzen daraus zieht? SilaVega hat sich mit der Sache genauer beschäftigt und empfiehlt eine Alternative. Neugierig geworden? Dann gibt es hier Lesestoff und Hinweise zur Mitmachaktion!

>>>  Was ist Antifouling?  >>>

Der Begriff ist zunächst einmal ein wenig irreführend. Hier geht es nicht um Fäulnis, also Zersetzungsprozesse unter Luftabschluss, sondern um Wachstumsprozesse auf festen Körpern durch pflanzliche und tierische Wasserorganismen unterschiedlicher Größen und Arten. Insofern wäre, wenn ein Anglizismus gefragt ist, „Antigrowing“ exakter.

Feste Dinge oder Riffe unter der Wasseroberfläche sind ein gefragter Lebensraum für eine Reihe von Organismen, wie etwa Muscheln, Schnecken, Fadenalgen. Die Möglichkeiten, fest und sicher unter Wasser zu leben, sind limitiert durch die geologische Beschaffenheit. Völlig einleuchtend, dass jedes Ding, was zusätzlich in den Wasserkörper kommt, gerne und schnell als Lebensraum erschlossen wird. Das geht soweit, dass sich viele Organismen effektiv gegen diesen Aufwuchs schützen müssen. Fische tun dies z.B. durch eine gelartige, laufend erneuerbare Trennschicht.

Für andere Organismen, wie z.B. viele heimische Großmuscheln, ist der Aufwuchs durch Organismen ein lebensbedrohliches Problem, wie z.B. aktuell für Enten- und Malermuscheln, die  von Dreiecksmuschelkolonien so bewachsen werden, dass sie sich nicht mehr öffnen können und verhungern.

In den mehreren tausend Jahren Schifffahrt war das Problem aufwachsender Organismen gut bekannt. Umgegangen wurde damit unterschiedlich: Manche Schiffe ließ man bewachsen, bis sie schließlich schwer und unbrauchbar wurden. Im römischen Reich schätzte man weiche Bleibahnen, die auf die Rümpfe genagelt wurden. In der frühen Moderne nutzte man Kupferbahnen. Kupfer ist für viele Wasserorganismen ein natürliches Toxin.

Erst Mitte des letzten Jahrhunderts traten die chemischen Antifoulinganstriche ihren Siegeszug an. Dabei ging bzw. geht man zwei Wege: bei den sogenannten erodierenden Antifoulings fallen die aufwachsenden Organismen mit den Farbpartikeln ab, d.h. solche Anstriche landen mit all ihren Bestandteilen grundsätzlich und zielgerichtet im Gewässer.

Bei den toxischen Antifoulings ist der Anstrich mit zT erheblich gilftigen Chemikalien, vornehmlich Schmermetallen, versetzt, die die aufwachsenden Organismen absterben lassen – und schließlich ebenfalls im Stoffhaushalt des Gewässers zu finden sind. Besonders unrühmliche Folgen hat die verbreitete Verwendung des AF-Grundstoffes Tributylzinn hinterlassen. In weiten Teilen der Welt sind in den Untergründe von Hafenanlagen und Kanälen heute dramatische Konzentrationen dieses Toxins zu finden.

Doch auch die Nachfolger des mittlerweile verbotenen Biozids, wie z.B. Kupferverbindungen, wirken toxisch, und das nicht nur bei Wasserorganismen. Der Hautkontakt mit der Farbe, das Einatmen des Schleifstaubes und die Verbreitung der Substanz durch Arbeitsmittel und Reststoffe etc. fördert neben karzinogenen Erkrankungen auch massive und bleibende Störungen des Hormonhaushaltes bei höheren Organismen, auch beim Menschen..

Aktuell besinnt man sich daher auf Lösungen, wie sie die Natur seit Jahrtausenden optimiert hat. In der Bionik arbeitet man derzeit an Verbindungen auf Silikonbasis, die in etwa wie eine Fischhaut funktionieren.

>>  Braucht man wirklich Antifouling?  >>

Wenn funktionierende Schifffahrt zwingend auf Antifoulings angewiesen wären, würde der größte Teil der weltweiten Seewege unbefahren, Kontinente unentdeckt und Mannschaften unbeweglich auf See geblieben sein. Wir übertreiben? Nur ein ganz klein wenig.

Ja, es ist richtig, dass aufwachsende Wasserorganismen den Reibungswiderstand des Rumpfes im Wasser erhöhen. Insofern das Boot regelmäßig bewegt wird und sich dieser Aufwuchs als Biofilm ausbildet, ist diese Reibung aber weitaus geringer als vermutet.

Werden Boote länger nicht bewegt, können sich dann aber schon größere Organismen festsetzen, wie etwa Dreiecksmuscheln oder fadenbildende Algen … und das ist schon an der Leistung zu spüren.

Dann braucht man nicht unbedingt Antifouling, sondern vor allem eines: eine Oberfläche, die unattraktiv als Lebensraum für andere Organismen ist. Das lösen eine Vielzahl von Wasserorganismen vollkommen ohne Toxine, warum also nicht auch wir?

>  Antifouling? Vaseline!  >

Unser Tipp: Vaseline auftragen als Rumpfschutzfilm.

  • unerheblich in den Kosten
  • einfach zu verarbeiten
  • unkritischer Abbau im Gewässer ohne toxische Verfallsprodukte
  • ausgezeichnete hydraulische Eigenschaften, die abrasive Anstriche übertreffen
  • regional zu beziehen in jeder Apotheke oder Drogerie
  • kein toxischer Schleifstaub
  • keine hormonellen Wirkungen auf den Nutzer und auf die Wasserorganismen.

Einziger Kritikpunkt: Die Dauerhaftigkeit. Boote, die mehrere Jahre hinweg im Wasser belassen werden, können so nicht ausreichend geschützt werden. Sehr wohl aber ein Sportboot, das Anfang Mai ins und Mitte Oktober aus dem Wasser kommt. Hier hängt die Dauerhaftigkeit  sehr von der Konsistenz der aufgetragenen Vaseline ab.

Und hier laden wir alle Interessierten zu einer Mitmach-Aktion ein. Mischt, verbessert, optimiert Euren Rumpfschutzfilm entsprechend Euren verbauten Materialien, Bedingungen in den Gewässern, Einsatzerfordernissen und teilt uns Eure Erfahrungen mit!

Lasst uns zum Ende der Saison von dieser Seite ausgehend ein Forum starten, in dem wir uns über Alternativen zum Antifouling austauschen und Mischungen empfehlen. Also: Mut zum Querdenken!

Zu guter Letzt: Vaseline als Rumpfschutz ist übrigens ein alter Hut und nicht unsere Idee. Eine Reihe unkonventioneller Bootsnutzer, u.a. viele Skipper in Portugal und Nordfrankreich machen das seit Jahren erfolgreich.

Wird nur eben ungern verbreitet.Warum eigentlich ;-) ?

10.08.2014 Planken, die die Welt bedeuten…

… lautete der Schwerpunkt der diesjährigen Sommerangebiote auf und mit der SilaVega. Moment mal – kommt Euch dieses Zitat nicht irgendwie bekannt vor? Als der alte Schiller in seinem Gedicht ”An die Freunde” von den Planken, die die Welt bedeuten, sprach, ahnte er wohl eher nicht, dass sein geflügeltes Wort einst auf dem Mirower See von sich Reden lassen macht.

Theater mitten auf dem Wasser

In der Zeit vom 26. Juli bis 10. August führte das SilaVega-Team in Zusammenarbeit mit der Arbeiter-Samariter-Jugend Rostock zwei schwimmende Theaterworkshops in Mirow. durch. Die insgesamt 32 Teilnehmer aus M-V sowie aus durch die Hochasserereignisse der letzten Jahre benachteiligten Regionen der FGG Elbe (Flussgebietsgemeinschaft) hatten unter professioneller Anleitung die Möglichkeit, jeweils ein eigenes Stück zu entwickeln und an einem der ungewöhnlichsten Spielorte aufzuführen, die man sich denken kann: mitten auf dem Mirower See.

In den jeweils 7 Tagen vom Ankommen aus dem Alltag bis zum Lampenfieber lernten die beiden Gruppen unter Anleitung der Schauspielerin Beatrice Ehrler aus Bad Doberan zunächst den Blick hinter die Kulissen kennen: Wie entsteht ein Stück? Was kann, will ich verkörpern, ausdrücken? Und nach recht kurzer Zeit wurde allen schnell klar: um 40 Minuten auf die Bühne zu bringen, auf dem Wasser obendrein, vergeht eine Woche wie im Flug. Handlungen wollen verstanden und dargestellt, Texte entwickelt und verinnerlicht werden. Masken und Kostüme müssen entworfen und gefertigt, Ton und Licht kontrolliert werden. Und spätestens bei der ersten Probe draußen wird klar: Leute werden kommen, neugierig, gespannt sein auf die Geschichte.

Unterstützt wurden die jungen Schauspieler durch die Teamer von der ASJ M-V und der SilaVega-Crew. Schwimmende Planken erfordern schon ein paar seemännische Handgriffe. Soll die Bühne als Insel im See schwimmen, vor Anker oder in Fahrt? Was ist zu tun, wenn das Wetter wechselt, die Bühnenaufbauten gesichert werden müssen?

Dennnoch kam bei dem fast durchgehend perfekten Sommerwetter der Spaß auch nicht zu kurz, dafür sorgten bereits die hervorragenden Bedingungen

für Wasseraktivitäten aller Art rund um Mirow. Und spätestens zu den beiden Premieren am 01. und am 08.08. war Teilnehmern und Machern klar: Die beiden Premieren waren erst der Auftakt für die Schwimmende Bühne!

Süß oder salzig? *-m***-o****-h****!

14.05.2013: 22 Schüler der Grundschule Eggesin auf Expeditionstour der besonderen Art

 

Der Tag versprach Herausforderungen für angehende Seeleute: Bei stark ablandigem Wind setzt sic die SilaVega mit einer Crew aus 22 Viertklässlern der Grundschule Eggesin in Richtung Kleines Haff in Bewegung.

Die aus dem knapp 12 km von der Haffküste entfernt liegenden Eggesin stammenden jungen Forscher hatten sich auf einen Tag voller Herausforderungen und kniffligen Fragen eingerichtet: unter anderem wollten sie der Frage auf den Grund gehen, ob im Haff nun Süß-, Salz- oder Brackwasser vorzufinden ist. Eine Reihe von Antworten scheint es alltäglich darauf zu geben – jeweils felsenfest stehen mal Behauptungen im Raum, das Haff habe schon immer Süßwasser beherbert. Andere überlegen und meinen, als Küstengewässer müsse wohl Salz im Spiel sein.

Um dem Rätsel endgültig auf die Schliche zu kommen, fühlten die jungen Forscher dem Objekt mit dreierlei Methoden “auf den Zahn”: mit optischem Refraktometer, elektronischer NaCl-Sonde und Zunge wurde gemessen und gegenübergestellt.

Aber wie ist das nun mit der Salinität im Kleinen Haff? Vorschlag von der SilaVega-Crew: Fragt mal bei den 22 neuen Profi`s in Eggesin nach ;-)

Die Crew der Grundschule Eggesin nach einem Expeditionstag

Forsch(end)es FÖJ-Abschlusseminar

09.-13. Juli 2012 - Mecklenburg-Vorpommerns FÖJ-ler begehen ihr Abschlusseminar forschend auf Uecker und Zarow

  

Wenn es ihnen gut geht ... finden auch die meisten anderen Konsumenten im Gewässer ihre Nahrungsquelle. Zooplankter im Kleinen Stettiner Haff

Wenn es ihnen gut geht ... finden auch die meisten anderen Konsumenten im Gewässer ihre Nahrungsquelle. Zooplankter im Kleinen Stettiner Haff

Ein Jahr im Dienst der Nachhaltigkeit in den verschiedenen Naturschutz- und Umweltbildungseinrichtungen Mecklenburg-Vorpommerns prägt. Die Arbeit in den verschiedenen Teams, das Kennenlernen der Eigenheiten von Land, Natur und Leuten und oft auch Einblicke in bislang unbekannte Zusammenhänge hinterlassen häufig einen kleinen persönlichen Quantensprung. Das hilft besonders  in der Zeit zwischen Abitur und Berufs- oder Studienbeginn, Antworten auf die Frage zu finden: Was kann, will ich bewegen, worauf will ich mich künftig konzentrieren? 

Zunftgemäß gaben sich die 90 FÖJ-ler des Bundeslandes bei ihrem Abschlusseminar vom 09.-13.07.2012 im ZERUM in Ueckermünde nicht mit resümieren und reden zufrieden, wollten und durften noch mal `ran. 

Ein spannender Experimentier- und Forschungsraum stellte die Zarowmündung am Kleinen Stettiner Haff dar – zu einer Zeit, wo so ziemlich alle Lebensformen im Gewässer im Auf- oder Umbruch, zumindest aber in Bewegung sind. Schwerpunkt der Expeditionen war u.a. die Erforschung des Phyto- und Zooplanktons im Übergang zwischen Binnen- und Küstengewässer. 

Videosequenz Zooplankter im Kleinen Haff:  glockentierchen